Die Nutzung von SkyDrive – Was man darf und was man unterlassen sollte

Mittlerweile ist die Nutzung von Cloud-Speichersystemen, wie Dropbox oder SkyDrive, eine gängige Möglichkeit auf seine Daten von überall her zu zugreifen.
Es ist bequem – ein Haken gesetzt und sämtliche Fotos, Dokumente, Videos etc. werden hochgeladen. Beim Freund schnell gezeigt oder die Dokumente im Zug überarbeitet. Was viele Leute vergessen, sind die AGBs der einzelnen Dienste, die ganz genau vorschreiben was hochgeladen werden darf und was nicht. Natürlich werden die hochgeladenen Elemente auch überprüft. Darüber muss sich jeder Nutzer im Klaren sein. Bei Verstößen gegen die AGB kann sich der Provider vorbehalten den Account zu schließen, was für den Anwender  fatale Folgen haben kann.

Bei Windows Phone wird das Telefon mit Windows Live ID das Telefon fest verknüpft. Sämtliche Kontaktdaten werden direkt über das Hotmail Konto gesynct, insofern man das so eingestellt hat. Aber ich wage mal zu behaupten, das mind. 75% der Windows Phone Nutzer genau das tun. Über das Hotmailkonto sind sämtliche Apps, die man im Marketplace gekauft hat, zugeordnet und SkyDrive, das sämtliche Fotos und Dokumente eines User beinhalten kann, wenn man es so einstellt, ist ein Dienst des Hotmailkontos und über die gleichen Zugangsdaten zu erreichen. Nur was passiert, wenn Microsoft Dinge auf SkyDrive findet, die nicht den AGBs oder dessen Verhaltenskodex entsprechen? Nun die Antwort und die daraus resultierende Konsequenz kann für einige Anwender  ungemütlich werden.

Microsoft behält sich vor bei Verstößen gegen die AGB zur Nutzung von SkyDrive den dazugehörigen Account zu sperren und die Inhalte zu löschen. “Stellt Microsoft fest, dass vom Anwender eingestellte Inhalte gegen den Verhaltenskodex oder geltendes Recht verstoßen, kann es die Erbringung des Services ferner kurzfristig unterbrechen, bis der Sachverhalt geklärt ist. Ansonsten ist Microsoft berechtigt, den Service zu unterbrechen, wenn Sie auch nach entsprechender Mahnung zur Beseitigung des Verstoßes innerhalb angemessener Frist nicht einstellen oder beseitigen.”
Im schlimmsten Fall muss eine neue LiveID erzeugt werden und alle Apps müssen neu gekauft werden und der Zugriff auf die SkyDrive-Inhalte ist nicht mehr möglich. Ich werde hier nun einmal Näher auf die “AGB” eingehen und in einigen Punkten einmal darstellen was man darf und was nicht:

Die Nutzung von SkyDrive

Für die Nutzung von SkyDrive tritt wie bei allen Windows Live Diensten der so genannte Microsoft-Dienstleistungsvertrag in Kraft. Unter Punkt zwei “Wie Sie die Services verwenden dürfen” verweist Microsoft auf einen Verhaltenskodex in dem klar definiert ist, was man darf und was man unterlassen sollte:

Unter dem Punkt “Unzulässige Verhaltensweisen” weist Microsoft darauf hin, dass man nicht berechtigt ist folgende Inhalte (einschließlich Text, Bildern, Ton, Video, Daten, Informationen oder Software) hochzuladen, bereitzustellen, zu übermitteln, zu übertragen etc.

  • Nacktaufnahmen, einschließlich vollständiger oder teilweiser Nacktaufnahmen von Menschen oder in Cartoons, Science Fiction oder Manga.

Das bedeutet also auch das Fotografen, die SkyDrive zur Zwischenspeicherung ihrer Fotos nutzen, Bilder als Aktfotografie sind in diesem Kontext so erst einmal nicht erlaubt.

  • Personenbezogene Informationen von Minderjährigen (Personen unter 18 Jahren) abrufen oder sammeln, einschließlich, aber nicht beschränkt auf: Name, E-Mail-Adresse, Privatadresse, Telefonnummer oder den Namen ihrer Schule.

Ein Beispiel: Ein Lehrer erstellt eine Liste mit den Namen seiner minderjährigen Schüler für einen Klassenausflug oder ähnliches zusammen und lädt diese Liste auf SkyDrive hoch, um Diese später in der Schule weiter zu bearbeiten, auszudrucken, etc. Er verstößt damit gegen den Verhaltenskodex. Das gilt auch für Jugendleiter in Vereinen etc. und alle anderen die so etwas nutzen könnten.
Natürlich verstößt man gegen den Verhaltenskodex auch bei Nichteinhaltung der folgenden Punkte:

  • Illegale Nutzung oder Verstoß gegen geltende regionale und nationale Gesetze; einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Kinderpornografie, Sodomie, Inzest, illegale Drogen, Softwarepiraterie und Belästigung
  • Inhalte verwenden, die durch Gesetze zum Schutz von geistigem Eigentum, die Persönlichkeits- und Datenschutzrechte oder sonstige geltende Gesetze geschützt sind, außer Sie besitzen oder verfügen über die entsprechenden Rechte oder haben alle erforderlichen Zustimmungen erhalten

Dies sind ein paar Beispiele die aufzeigen, wie wichtig es für den Anwender ist sich den Verhaltenskodex einmal durchzulesen. Dies war bisher nur ein Teil der dargestellten Punkte. Was viele Leute nicht wissen ist, das Microsoft bei inaktiven Hotmailkonten (90 Tage nicht nutzen)den Zugang und die Daten bei den angeschlossenen Diensten sofort löscht. Die Daten sind dann in der Regel nicht wieder herstellbar. Wer sich also entschließt, das Windows Phone für drei Monate erst einmal in die Schublade zu legen, um z.B. ein anderes Produkt auszuprobieren, sollte sich in der Zwischenzeit wenigstens hin und wieder mal in sein Hotmail Account einloggen. Sonst könnte eine böse Überraschung folgen:
Punkt 3.Windows Live ID (auch Microsoft-Konto” genannt) aus dem Microsoft-Dienstleistungsvertrag:

Wenn Sie eine Windows Live ID erhalten, gehört es zu Ihren wesentlichen Vertragspflichten, diese auch aktiv zu nutzen. Wir sind berechtigt, Ihnen den Zugang zum Authentifizierungsnetzwerk zu sperren oder den Nutzungsvertrag zu kündigen, wenn Sie sich 90 Tage lang nicht mehr in das Netzwerk eingewählt haben, es sei denn es handelt sich um einen entgeltlichen Service, der eine anderweitige Regelung vorsieht. “

Punkt 5: Ihre Inhalte

“Sie verpflichten sich, die Daten, die Sie innerhalb des Services speichern, auch nochmals gesondert durch eine Kopie zu sichern. Wenn der Service Ihnen gegenüber gesperrt oder gekündigt wird, werden Ihre Daten permanent von unseren Servern gelöscht. Wenn die Daten bis zu einem mitgeteilten Auslaufdatum gespeichert werden, sind wir berechtigt, die Daten nach diesem Datum zu löschen. Gelöschte Daten sind in der Regel nicht mehr rückführbar.”

Resümee: Die Nutzung von Cloudspeicherdiensten im Allgemeinen sollte temporär als Zwischenspeicher erfolgen. Als Datensicherung für sämtliche Daten ist so ein Dienst nicht zu empfehlen. Allein durch einen technischen Defekt kann Datenverlust nicht ausgeschlossen werden. Man weiß nie welche Datensicherungsverfahren genutzt werden um solche Daten in so einem Fall wieder herzustellen. Ob Daten überhaupt gesichert werden ist fraglich. letztendlich muss man zu den Providern ein nicht unerhebliches Maß an Vertrauen haben, das auch deren Seite der Verpflichtungen immer eingehalten werden. Auf Providerseite kann man davon ausgehen, dass geprüft wird ob die AGBs durch den Kunden eingehalten werden. Für den Kunden selbst, ist das schwer nachzuvollziehen was wirklich mit den Daten passiert. Letztendlich ist es wichtig immer eine eigene Datensicherung vorzuhalten und der Nutzen dieser Dienste ist natürlich schon praktisch.
Wenn man sich bei Microsoft an den Verhaltenskodex hält hat man in der Regel nichts zu befürchten und kann einen klasse Dienst nutzen, der eben auch kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Sensibilität mit dem Umgang der eigenen Daten sollte aber immer vorhanden sein und das ist das was ich mit diesem Bericht auch erreichen will.

Quellen: Verhaltenskodex, Microsoft Dienstleistungsvertrag

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